8 Flucht
Keuchend lehnte sie sich an eine Mauer..und musste erstmal kotzen. Waren wohl doch einige Caipirinhas zu viel. 'Toll!' ging ihr durch den Kopf..'direkt am ersten Abend kotzt du ihm vor die Füße. Das muss man auch erstmal schaffen'. Viel Zeit zum verschnaufen blieb nicht, denn schon bog ein Polizeiwagen um die Ecke. Die kannten das wohl schon....
„Los, lauf!“ Der Fahrer der Wanne hatte sie entdeckt und gab Gas. Sie rannten die Strasse entlang und sahen das blau-reflektierende Licht in der Häuserschlucht. „HEY – BLEIBEN SIE STEHEN!!!!“, dröhnte es blechern aus den Lautsprechern des Polizeiwagens, „WIR FORDERN SIE AUF STEHENZUBLEIBEN!“. Sie rannten weiter, er vorne weg, sah sich öfter um, ob sie an ihm dran blieb. 30 Meter vor der nächsten Seitenstrasse, tauchte plötzlich eine zweite Wanne auf. „Scheiße…..zurück,….“ rief er. Die zweite Wanne stoppte und heraus sprangen 10 uniformierte Beamte mit Schutzwesten und Helmen, in den Händen Schlagstöcke. Sie hörten das Getrappel und die Rufe der Polizisten immer näher kommen. An dem ersten Polizeiwagen waren sie schon wieder vorbei, als dieser ebenfalls seine Fracht entlud und sich das Getrappel zu einer Stampede einer Horde Huftiere entwickelte.
Sie liefen über einen Platz, hinter sich die keuchenden Polizisten, die mit ihren schweren Westen trotz guter Kondition langsam zurück blieben.
„Schnell, hier links rein…!“ rief Tom, sie bogen in einen Hinterhof, von dem sie aus in einen zweiten und dritten kamen. Überall standen stinkende Mülltonnen, lagen vergammelte Matrazen und Möbel, zischten Ratten in den Ecken vorbei.
Es fing an zu schneien. „Das wird unsere Spur verwischen!“, lachte er leise, als sie sich in den Hausflur des Seitenflügels flüchteten. "Sehr witzig!", hechelte sie. Das Haus war ziemlich runter gekommen. Die meisten Fenster waren von marodierenden Jugendlichen eingeworfen oder bei irgendwelchen Partys kaputt gegangen.
Bewohnt schien das Haus nicht mehr. Nicht untypisch für Berlin, doch zunehmend verschwanden diese Orte. Die Gebäude wurden erst jahrelang der Verfall preisgegeben und nun nach und nach von reichen Spekulanten aus Süddeutschland aufgekauft, saniert und teuer vermietet. So änderten sich nach und nach die Stadtgebiete von ärmlichen Kiezen zu hippen, urbanen Wohnzentren, in die es immer mehr wohlhabende Dauerjugendliche zog. Die alten Ost-Bezirke Mitte, Prenzlauer Berg und zunehmend auch Friedrichshain waren dafür gute Beispiele. Nur Kreuzberg blieb anscheinend Kreuzberg.
Sie setzen sich im dritten Obergeschoß auf den Treppenabsatz. „Schade um den schönen Alkohol! Hab schon alles wieder ausgeschwitzt!“
„Psccht! Unten im Hof sind die Bullen!“, sie lugten durch ein kleines zerbrochenes Fenster des Altbaus und beobachteten mehrere dunkle Gestalten, die sich scheinbar lautlos im Hof verteilten und die Möbel und Container durchsuchten. Schmale Lichtstrahlen ihrer Taschenlampen durchschnitten die Nacht. „Vier Mann ins Gebäude, zwei zur Sicherung im Hof an den Übergängen!, gab einer von ihnen Befehle.
Tom und Pat schlichen, eine Etage höher und probierten die drei Wohnungstüren zu öffnen. Im 5. Stock hatten sie Glück, eine Türstand bereits geöffnet. „Wir müssen sie verbarrikadieren, sonst sind wir geliefert!“, flüsterte sie, während sie am Türrahmen kauernd auf die Trittgeräusche im Hausflur horchte. Die alten Holzdielen knarrzten unter den schweren Stiefeln der Männer, die nach und nach die Wohnungen zu durchsuchen schienen…
Tom sah sich um und sah überlegte, ob er den alten Sesseln vor die Tür schieben sollte. Doch das würde nicht ohne Geräusche abgehen, und die Männer waren bereits zu nah. Dann fand er zwei paar lose Bretter, die er vielleicht unter die Türklinke klemmen konnte. Offenbar kontrollierten die Polizisten nicht die Wohnungen, die verschlossen waren, kamen aber dadurch rasch nach oben….
„Schnell! Mach..ich piss mir gleich in die Hose!“, raunte sie ihm zu. Und stütze sich am Boden ab, ihre Hände im kalten herunter gekommenen Putz der Wand. Tom schob langsam ein Brett unter die Klinke: „Scheisse, zu kurz!“. Mit dem anderen verhielt es sich genauso, es fehlten drei Zentimeter. Sie blickten sich in die Augen, sie war nur 10 Zentimeter entfernt. Er konnte ihren süssen Atem riechen, geschwängert von Alkohol und Nikotin, und küsste sie einfach auf den Mund.
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„Los, lauf!“ Der Fahrer der Wanne hatte sie entdeckt und gab Gas. Sie rannten die Strasse entlang und sahen das blau-reflektierende Licht in der Häuserschlucht. „HEY – BLEIBEN SIE STEHEN!!!!“, dröhnte es blechern aus den Lautsprechern des Polizeiwagens, „WIR FORDERN SIE AUF STEHENZUBLEIBEN!“. Sie rannten weiter, er vorne weg, sah sich öfter um, ob sie an ihm dran blieb. 30 Meter vor der nächsten Seitenstrasse, tauchte plötzlich eine zweite Wanne auf. „Scheiße…..zurück,….“ rief er. Die zweite Wanne stoppte und heraus sprangen 10 uniformierte Beamte mit Schutzwesten und Helmen, in den Händen Schlagstöcke. Sie hörten das Getrappel und die Rufe der Polizisten immer näher kommen. An dem ersten Polizeiwagen waren sie schon wieder vorbei, als dieser ebenfalls seine Fracht entlud und sich das Getrappel zu einer Stampede einer Horde Huftiere entwickelte.
Sie liefen über einen Platz, hinter sich die keuchenden Polizisten, die mit ihren schweren Westen trotz guter Kondition langsam zurück blieben.
„Schnell, hier links rein…!“ rief Tom, sie bogen in einen Hinterhof, von dem sie aus in einen zweiten und dritten kamen. Überall standen stinkende Mülltonnen, lagen vergammelte Matrazen und Möbel, zischten Ratten in den Ecken vorbei.
Es fing an zu schneien. „Das wird unsere Spur verwischen!“, lachte er leise, als sie sich in den Hausflur des Seitenflügels flüchteten. "Sehr witzig!", hechelte sie. Das Haus war ziemlich runter gekommen. Die meisten Fenster waren von marodierenden Jugendlichen eingeworfen oder bei irgendwelchen Partys kaputt gegangen.
Bewohnt schien das Haus nicht mehr. Nicht untypisch für Berlin, doch zunehmend verschwanden diese Orte. Die Gebäude wurden erst jahrelang der Verfall preisgegeben und nun nach und nach von reichen Spekulanten aus Süddeutschland aufgekauft, saniert und teuer vermietet. So änderten sich nach und nach die Stadtgebiete von ärmlichen Kiezen zu hippen, urbanen Wohnzentren, in die es immer mehr wohlhabende Dauerjugendliche zog. Die alten Ost-Bezirke Mitte, Prenzlauer Berg und zunehmend auch Friedrichshain waren dafür gute Beispiele. Nur Kreuzberg blieb anscheinend Kreuzberg.
Sie setzen sich im dritten Obergeschoß auf den Treppenabsatz. „Schade um den schönen Alkohol! Hab schon alles wieder ausgeschwitzt!“
„Psccht! Unten im Hof sind die Bullen!“, sie lugten durch ein kleines zerbrochenes Fenster des Altbaus und beobachteten mehrere dunkle Gestalten, die sich scheinbar lautlos im Hof verteilten und die Möbel und Container durchsuchten. Schmale Lichtstrahlen ihrer Taschenlampen durchschnitten die Nacht. „Vier Mann ins Gebäude, zwei zur Sicherung im Hof an den Übergängen!, gab einer von ihnen Befehle.
Tom und Pat schlichen, eine Etage höher und probierten die drei Wohnungstüren zu öffnen. Im 5. Stock hatten sie Glück, eine Türstand bereits geöffnet. „Wir müssen sie verbarrikadieren, sonst sind wir geliefert!“, flüsterte sie, während sie am Türrahmen kauernd auf die Trittgeräusche im Hausflur horchte. Die alten Holzdielen knarrzten unter den schweren Stiefeln der Männer, die nach und nach die Wohnungen zu durchsuchen schienen…
Tom sah sich um und sah überlegte, ob er den alten Sesseln vor die Tür schieben sollte. Doch das würde nicht ohne Geräusche abgehen, und die Männer waren bereits zu nah. Dann fand er zwei paar lose Bretter, die er vielleicht unter die Türklinke klemmen konnte. Offenbar kontrollierten die Polizisten nicht die Wohnungen, die verschlossen waren, kamen aber dadurch rasch nach oben….
„Schnell! Mach..ich piss mir gleich in die Hose!“, raunte sie ihm zu. Und stütze sich am Boden ab, ihre Hände im kalten herunter gekommenen Putz der Wand. Tom schob langsam ein Brett unter die Klinke: „Scheisse, zu kurz!“. Mit dem anderen verhielt es sich genauso, es fehlten drei Zentimeter. Sie blickten sich in die Augen, sie war nur 10 Zentimeter entfernt. Er konnte ihren süssen Atem riechen, geschwängert von Alkohol und Nikotin, und küsste sie einfach auf den Mund.
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storytellers - 19. Jan, 12:12