13 From Dusk 'Til Dawn, Teil 1

Tom stieß mit dem Ellenbogen die Eingangstür auf und sie traten ein.

Rechts befanden sich mehrere Tische und Stühle sowie grobe Holzbänke an den Wänden. Ein riesiges Hirschgeweih tronte vor Kopf an der gegenüberliegenden Wand. Daneben ein Schafskopf, ein Riesenhecht und eine Seegurke. Verschiedene andere gekürschnerte Objekte, die zum Teil aussahen, als stammten sie aus den untersten Kellern der Berliner Charité, baumelten zwischen bunten Lampions und verstaubten Trockenblumensträußen von der Decke. An der rechten Wand hing neben einer vergammelten Makramearbeit ein großes gewebtes Bild mit einem Dreimaster-Segelschiff und einem streng dreinblickenden Kapitän mit Piepe im Mund. Tom kannte sowas aus dem Wohnzimmer der Eltern der Cousine einer Ex-Freundin.

Pat und Tom fröstelte. Beiden war unklar, ob dies an den feuchten Hosen oder an dem lag, was sich ihren Augen bot. „Naja, ich glaub die restlichen Stunden bis zum Morgengrauen werden richtig hart werden!“ raunte er Pat zu, "...ich hoffe, Deine Holzpflöcke sind spitz genug!"
"Soll ich noch schnell die 1,5 Liter-Flasche mit dem Weihwasser aus dem Auto holen?"

An ein paar Tischen saßen Menschen, die dicke Bierhumpen stemmten und mit kleinen Schnapspinnchen anstiessen. Fette Rauchschwaden schwebten durch den Raum, und der Geruch von ekelhaften Zigarren und billigen Zigarrillos vermischten sich mit dem Gestank von Kuhdung, der unter den Gummistiefeln der Bauern klebte.
Auf der linken Seite des Raumes befand sich eine lange Theke mit einer ebenso langen Ballustrade, in der die härteren Sorten Alkoholika aufbewahrt wurden. Hinter der Bar stand ein Schrank von Mann mit wildem Bartwuchs, ungeschöntem, aber weitgehend zahnlosem Grinsen und grobschlächtigen Händen, mit denen er sich aufstützte, und deren dreckige und abgebrochene Fingernägel Pat jeden Gedanken an Zärtlichkeit augenblicklich entschwinden liessen. Er glotzte wie alle anderen in Richtung Tür als Pat und Tom eintraten. Augenblicklich verstummtem die Gespräche und es wurde absurd still als die Einheimischen der fremden Personen gewahr wurden. Nur die Musikbox in der Ecke trällerte ein Liedchen von DJ Bobo.

"Zu spät...!" antwortete Tom.

"Häch,..Besuch!" bemerkte ein Mann mit Helmut Schmidt-Mütze, der beim Sprechen durch die schwarzen Zähne Kautabak auf den Holzboden spie. "Och, kumma an,..!", ergänzte schlau ein dicker Mann in abgeschubbertem Bundeswehrparka und Latzhose, der auf einem Barhocker saß, "...die komm' nich von hiär wech..!" "Joo, nech? Des liegt wohl doran dossi anders aussehn, odä?" "Noja, selbs' wenn die genauso aussehn täten wie Du, Erwin, do wüsstich doch gleich, dassi nich' von hiär sind...ich kenn' nämlich doch meine Nachbarn olle...und Du kennz ja nonichmol Deine zehn Schafe!" schnauzte der Barkeeper, "Joo, ne, und wenn,...dann höchstens von hinten!", ergänzte flachsend ein dürrer Typ mit einem auf- und ab hüpfendem Kehlkopf wie die Kugel in einem Flipperautomaten. Alle verwesenden Anwesenden lachten. "Jau, do hassu Recht, Jens-Holger!"

Der Wirt nahm die fette Pranke vom Zapfhahn und kratze sich am Gemächt, danach holte er damit zwei olle Limettenscheiben aus einer Schale neben der Zapfanlage und warf sie in die Weissbiergläser, die vor zwei einheimischen Gästen standen. "Donke, Günni! Witamiene sind jo imma gut, ne?", bedankte sich sich der eine von beiden. Der Andere nickte nur, und tippte mit dem Zeigefinger unrythmisch zu DJ Bobos Genöle im Hintergrund.."We arr Peiräts of löv...stampf, stampf", sang er im akzentfreien Nordisch...[...]




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